Freitagabend

Absurde Tränenlachkomik

Hans Krüger

Freitag, 20. Juli 2012

Beginn: 20 Uhr

Vvk bis 30. Juni: 17 Euro | Vvk ab 1. Juli: 19 Euro| Ak: 21 Euro

Stimmakrobat zwischen Tiefsinn und Unsinn

Mechanische Pyrotechnik, brachiale Komik und Flugzeugkunde - das zusammen ergibt das absurde Theater des Schauspielers, Puppenspielers, Piloten und Komikers Hans Krüger. Er braucht nur einen Schuh und ein paar Fliegerbrillen, um eine abstruse Geschichte zu erzählen, die mit einer verschimmelten Badehose be-ginnt, Zwischenstation im Baumarkt macht und schließlich über den Wolken ihrem Ende entgegendeliriert.

Das ist also nun diese schimmelige Badehose. Krüger braucht eine neue -  lässt sich stattdessen aber ein paar Fliegerbrillen andrehen. Jetzt fehlt allerdings ein Flugzeug. Er bastelt sich eins - und begeht dabei „gröbste Schnitzer im Flugzeugbau“: „Die feuchte Aussprache kommt davon, weil ich mir das Flugzeug selber zusammengeklebt, aber falschen Kleber genommen habe: Kittifix, alte Ostrestbestände - wieder an der falschen Stelle gespart.“  
Auf der Bockleiter wird Krüger demonstrieren, wie sich Flughöhe auf die menschliche Aussprache auswirkt. Und das wird „großartige, virbrierende Stimmakrobatik, zuletzt Rülpsakrobatik“ geben. Wie ein Akrobat turnt Hans Krüger zwischen Tiefsinn und Unsinn, zwischen Realität und Fiktion. Seine Stimme verändert sich, wenn die Luft dünn wird, wenn der Kasten vibriert und wenn er schließlich auseinanderfliegt. Jenseits der 500 - Meter - Grenze beginnt der Pilot zu lispeln, ab 1000 Metern vibriert die Stimme, bei 5000 Meter pfeifts bei jedem S-Laut, ab 8000 aber wirds dem Piloten schlecht, es grunzt und koddert aus ihm raus.
Einen „Meilenstein in der Geschichte der Pyrotechnik“ stellt Krüger ebenfalls am Freitag im Stadtgarten vor: Das Holzfeuerwerk. Es stinkt nicht, kracht nicht, knallt nicht. Und das ist gut so, denn: „Es ist leider so, dass durch ein Feuerwerk nicht nur viel Freude sondern auch viel Leid entsteht. Raketen und Kracher lösen Brände aus und sorgen für folgenschwere Unfälle. Abgerissene Körperteile, abgesengte Frisuren, Nasen, Ohren. Rauchvergiftungen, ausgebrannte Wohnungen und Häuserzeilen“ - wer will das schon?
Doch damit ist jetzt Schluss, denn er hat „das erste alternative mechanische Holzfeuerwerk entwickelt. Ein Ökofeuerwerk ganz aus Holz: Knallerbsen, Raketen, Knaller, Riesensonne, das Superufo `Tornado` - alle aus Holz. Das „kann in geschlossenen Räumen abgefackelt werden: im Wohnzimmer, Bad, Veranda, Besenkammer und im Sitzen“.